Schloss Hamborn

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Schloss Hamborn
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Historie


Das Schloss von Schloss Hamborn ist ein aus dem 19. Jh. stammender Natursteinbau mit typischen Stilelementen der Weserrenaissance. Es befindet sich auf den Kalksteinklippen eines nach Norden abbrechenden Steilhanges, der vom Ellerbach während und nach der letzten Eiszeit herausplastiziert worden ist. Am Fuß des Schlossberges vollzieht das Tal kühne Wendungen und gewährt dadurch einen herrlichen Ausblick auf eines der schönsten Trockenbachtäler Westfalens. Vor etwa 200 Jahren gab es in Hamborn zwei größere Höfe: einen Meierhof und einen Schultenhof. Eine Familie "von Hartmann" erwarb Mitte des 19. Jahrhunderts diese beiden Höfe, legte sie zu einem Gut zusammen und erbaute den Ostflügel des heutigen Schlosses. Das Wappen der von Hartmanns – ein Herz mit einem darüberliegenden Balken aus dem 3 Rosen wachsen – ist noch über dem ehemaligen Eingang, dem heutigen Eingang zur Schlossküche, zu sehen. 1872 wurde das Gut mit dem schlossähnlichen Gebäude von der Familie Mallinckrodt erworben und ging 1879 in den Besitz der von Droste-Hülshoff über (Droste bedeutete soviel wie Landgraf).


1913 wechselte es erneut den Besitzer: der mecklenburgische Freiherr von Rüxleben baute den Westflügel mit dem Saal und dem zweiten Turm an. 1928 verkaufte er das Anwesen an den Industriellen Johannes Leidl; im Winter des gleichen Jahres ging das Schloss in Flammen auf. Das völlig ausgebrannte Gebäude wurde aber von Leidl wieder aufgebaut und mit dem Eingang in heutiger Form versehen (über diesem Eingang sind noch heute seine Initialen J.L. zu sehen). Leidl selbst soll nicht im Schloss gewohnt haben, so daß das wiederhergestellte Schloss weitgehend leer stand. Das Gut wurde im Laufe der Jahre so heruntergewirtschaftet, daß es 1931 zum Verkauf angeboten wurde. Das erste anthroposophisch geführte heilpädagogische Heim in Deutschland, der Lauenstein in Thüringen, suchte für seine Erweiterung nach neuen Möglichkeiten und erwarb das Schloss 1931. In den Adventstagen des gleichen Jahres begann die Übersiedlung des Heilpädagogen Siegfried Pickert und des Erbprinzen Georg Moritz von Sachsen-Altenburg mit der von ihnen betreuten Kinderschar in das leerstehende Schloss.

 

Zur Historie von Schloss Hamborn


Seit Dezember 1931 befindet sich das ca. 300 ha große Anwesen im Besitz eines gemeinnützigen Vereins, der heute den Namen „Schloss Hamborn Rudolf Steiner Werkgemeinschaft“ trägt. Damit kommt zum Ausdruck, dass hier Menschen leben und arbeiten, die versuchen, die vielfältigen Anregungen der von Rudolf Steiner (1861-1925) begründeten anthroposophischen Geisteswissenschaft aufzugreifen und für das praktische Leben nutzbar zumachen. Der Begründer dieser Einrichtung war Siegfried Pickert (1898-2002); er kam zusammen mit 40 behinderten („seelenpflegebedürftigen“) jungen Menschen und einigen Mitarbeitern vom Lauenstein bei Jena nach Schloss Hamborn. Die offizielle Begründung als „Heil- und Erziehungsheim Schloss Hamborn“ fand zu Pfingsten 1932 in Anwesenheit von Ita Wegman, der ärztlichen Mitarbeiterin von Rudolf Steiner, und vielen Freunden aus aller Welt, statt. Nach der zwangsweisen Schließung und Enteignung durch die nationalsozialistische Gewaltherrschaft im Jahre 1941 wurde der Besitz bereits 1945 durch die Britische Militärregierung dem rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben, so dass die Wiederaufbauarbeit beginnen konnte. So kam es im Jahre 1946 zur Gründung der Waldorfschule und des Landschulheimes. Der Verein nannte sich jetzt „Soziales Hilfswerk Schloss Hamborn“. 1960 kam das Kurheim (die heutige Reha-Klinik) hinzu, 1978 das Altenwerk, 1990 die Berufsförderung und 1996 der Kindergarten.

2002 begann mit der Errichtung des ersten Biomasse-Heizwerkes der Umstieg auf eine ökologische Energieversorgung, die konsequent fortgesetzt wurde und wird. Eine rege Kulturarbeit und Bautätigkeit begleitete diese Entwicklung, die bis heute anhält; aus der kleinen Keimzelle im Wald ist eine weltoffene Einrichtung mit vielen Tätigkeitsfeldern geworden, die in ihrer Konzeption und Vielseitigkeit einmalig ist und im gesellschaftlichen Umfeld große Beachtung findet. In Schloss Hamborn leben heute über 300 Menschen mit festem Wohnsitz; dazu kommen etwa 145 Schüler oder junge Erwachsene im Landschulheim, 125 Menschen im Altenwerk und regelmäßig ca. 70 Patienten in der Rehabilitations-Klinik. Täglich kommen zusätzlich etwa 400 Schüler aus der näheren Umgebung in die Rudolf Steiner Schule (Waldorfschule); im (Waldorf-)Kindergarten wachsen etwa 50 Kinder heran. Schloss Hamborn ist heute der größte Arbeitgeber in der Gemeinde Borchen. Im Laufe der Zeit haben die einzelnen Betriebe von Schloss Hamborn in struktureller, rechtlicher, wirtschaftlicher und personeller Hinsicht eine immer größere Eigenständigkeit erhalten. Grund und Boden sowie die meisten Gebäude gehören aber weiterhin der Werkgemeinschaft.