"Schulweg" - eine Orientierungsgruppe als Angebot für Schulverweigerer

Mit dem Schuljahr 2006/07 startete in unserer Einrichtung das neue Projekt "Schulweg".

Träger des Projektes ist die Kinder- und Jugendhilfe Schloss Hamborn Landschulheim und die Rudolf-Steiner-Schule Schloss Hamborn, insbesondere der Förderschulzweig für Lernen und emotionale und soziale Entwicklung.

Die Orientierungsgruppe „Schulweg“ nimmt Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 14 Jahren auf, die im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe betreut werden und die lang-, mittel- oder kurzfristig nicht in einer Klassengemeinschaft beschulbar sind. Voraussetzung für eine Aufnahme ist allerdings, dass der Schüler perspektivisch in eine Klassengemeinschaft der Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung und Förderschule für Lernen der Klassen 4 bis 8 integriert werden kann. Vorausgegangen ist oft eine mehrmonatige Schulverweigerung oder eine aktuelle Krise anderer Form sowie die Notwendigkeit der Hilfe zur Erziehung (§ 27 SGB VIII).

Die Tagesgestalt der Orientierungsgruppe ist therapeutisch ausgerichtet und umfasst den Zeitrahmen von 8.00 bis 12.15 Uhr. Jeder Morgen beginnt mit einer gemeinschaftsbildenden künstlerischen Einheit. Im anschließenden Unterricht steht die individuelle Förderung in den Lernfächern im Vordergrund. Dabei orientiert sich das Lernangebot an dem Leistungsstand des Einzelnen und zielt darauf, Leistungsrückstände abzubauen. Bei Bedarf wird dieser Unterricht auch einzeln erteilt.

Montag und Freitag rahmen die Woche mit durchgehend therapeutischer Gestaltung ein. Nach dem Frühstück beginnen parallel Therapien, denen die Schüler einzeln oder in Kleinstgruppe zugeordnet sind. Zur Auswahl stehen zz. Filzen, Kunst- und Musiktherapie. Dienstag und Mittwoch sind die sog. Werkstatttage. An diesen Tagen können die Schüler selbst gewählte Projekte unter Anleitung erstellen. Die Arbeit findet in der Regel in Kleinstgruppen statt. Am Donnerstag findet bei jedem Wetter der wöchentliche Wandertag statt. Hier steht das Naturerleben in Verbindung mit der Nachreife der Sinne im Vordergrund. Der Vormittag wird erlebnispädagogisch gestaltet.

Die Integration in einen Klassenverband wird stufenweise gestaltet und von den Betreuern der Orientierungsgruppe begleitet und mit den jeweiligen Klassenbetreuern abgesprochen, damit der Wechsel erfolgreich wird. Die Integrationsphase kann sehr individuell gestaltet werden, je nach den Möglichkeiten und Fähigkeiten des Schülers, z. B. Teilnahme am Hauptunterricht in der Klasse (8.00 bis 9.30 Uhr) für einige Wochen und weiterhin Begleitung in der Orientierungsgruppe 9.30 bis 12.15 Uhr oder auch zuerst die Teilnahme an einzelnen Fachstunden wie z. B. Werken, Handarbeit oder Sport. In der Integrationsphase wird vor allem an die Stärken der Schüler angeknüpft und darauf geschaut, dass keine Überforderungssituation eintritt und die Ressourcen ausgebaut werden.

Die Dauer der Maßnahme wird im Hilfeplangespräch besprochen. Ein grober Zeitraum kann mit 3-6 Monaten angegeben werden, kann aber auch länger sein.

Die Maßnahme der Orientierungsgruppe wird über das Intensivangebot der Einrichtung und den S-Vermerk des AO-SF (sonderpädagogischer Förderbedarf) oder bei Besuch der Tagesgruppen Schloss Hamborn über das Leistungsentgelt und eine Fachleistungsstunde/Schultag finanziert.

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