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Historie

Das Schloss von Schloss Hamborn ist ein aus dem 19. Jh. stammender Natursteinbau mit typischen Stilelementen der Weserrenaissance. Es befindet sich auf den Kalksteinklippen eines nach Norden abbrechenden Steilhanges, der vom Ellerbach aus dem Kalkmassiv der Paderborner Hochfläche herausplastiziert worden ist. Am Fuß des Schlossberges vollzieht das Tal kühne Wendungen und gewährt dadurch einen herrlichen Ausblick auf eines der schönsten Trockenbachtäler Westfalens.

Vor etwa 200 Jahren gab es in Hamborn zwei größere Höfe: einen Meierhof und einen Schultenhof. Die Familie von Hartmann aus Borchen erwarb Mitte des 19. Jahrhunderts diese beiden Höfe, legte sie ab 1868 zu einem Gut zusammen und erbaute den Ostflügel des heutigen Schlosses. Das Wappen der von Hartmanns – ein Herz mit einem darüberliegenden Balken, aus dem 3 Rosen wachsen – ist noch über dem ehemaligen Eingang, dem heutigen Eingang zur Schlossküche, zu sehen. 1871 wurde das Gut mit dem schlossähnlichen Gebäude von der Familie Mallinckrodt erworben und ging 1878 in den Besitz der von Droste-Hülshoff über (Droste bedeutete soviel wie Landgraf).

1913 wechselte es erneut den Besitzer: der thüringische Freiherr von Rüxleben baute den Westflügel mit dem Saal und dem zweiten Turm an. 1928 verkaufte er das Anwesen an den Industriellen Johann Leidel; im März 1929 ging das Schloss in Flammen auf. Das völlig ausgebrannte Gebäude wurde aber von Leidel wieder aufgebaut (über dem heutigen Haupteingang sind noch seine Initialen J.L. zu sehen). Leidel selbst hat nie das Schloss bewohnt, so dass das wiederhergestellte Schloss weitgehend leer stand. Die Weltwirtschaftskrise zwang Leidel zur Rettung seiner niederrheinischen Firma, so dass Hamborn 1931 wieder zum Verkauf angeboten wurde. Das erste anthroposophisch geführte heilpädagogische Heim in Deutschland, der Lauenstein in Thüringen, suchte für seine Erweiterung nach neuen Möglichkeiten und erwarb das Schloss 1931. In den Adventstagen des gleichen Jahres begann die Übersiedlung des Heilpädagogen Siegfried Pickert und des Erbprinzen Georg Moritz von Sachsen-Altenburg mit der von ihnen betreuten Kinderschar in das leerstehende Schloss.

Seit Dezember 1931 befindet sich das ca. 300 ha große Anwesen im Besitz eines gemeinnützigen Vereins, der heute den Namen „Schloss Hamborn Rudolf Steiner Werkgemeinschaft“ trägt. Damit kommt zum Ausdruck, dass hier Menschen leben und arbeiten, die versuchen, die vielfältigen Anregungen der von Rudolf Steiner (1861-1925) begründeten anthroposophischen Geisteswissenschaft aufzugreifen und für das praktische Leben nutzbar zumachen. Der Begründer dieser Einrichtung war Siegfried Pickert (1898-2002); er kam zusammen mit 40 behinderten („seelenpflegebedürftigen“) jungen Menschen und einigen Mitarbeitern vom Lauenstein bei Jena nach Schloss Hamborn. Die offizielle Begründung als "Heilerziehungs- und Erholungsheim Schloss Hamborn e.V." fand zu Pfingsten 1932 in Anwesenheit von Ita Wegman, der ärztlichen Mitarbeiterin von Rudolf Steiner, und vielen Freunden aus aller Welt, statt. Nach der zwangsweisen Schließung und Enteignung durch die nationalsozialistische Gewaltherrschaft im Jahre 1941 wurde der Besitz bereits 1945 durch die Britische Militärregierung dem rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben, so dass die Wiederaufbauarbeit beginnen konnte. So kam es im Jahre 1946 zur Gründung der Waldorfschule und des Landschulheimes. Der Verein nannte sich jetzt „Soziales Hilfswerk Schloss Hamborn“. 1960 kam das Kurheim (die heutige Reha-Klinik) hinzu, 1979 das Altenwerk, 1991 die Berufsförderung und 1996 der Kindergarten.

2002 begann mit der Errichtung des ersten Biomasse-Heizwerkes der Umstieg auf eine ökologische Energieversorgung, die konsequent fortgesetzt wurde und wird. Eine rege Kulturarbeit und Bautätigkeit begleitete diese Entwicklung, die bis heute anhält; aus der kleinen Keimzelle im Wald ist eine weltoffene Einrichtung mit vielen Tätigkeitsfeldern geworden, die in ihrer Konzeption und Vielseitigkeit einmalig ist und im gesellschaftlichen Umfeld große Beachtung findet. In Schloss Hamborn leben heute über 500 Menschen mit festem Wohnsitz; dazu kommen etwa 125 Schüler oder junge Erwachsene im Landschulheim, 125 Menschen im Altenwerk und regelmäßig ca. 70 Patienten in der Rehabilitations-Klinik. Täglich kommen zusätzlich etwa 400 Schüler aus der näheren Umgebung in die Rudolf Steiner Schule (Waldorfschule) und in das Berufskolleg; im (Waldorf-)Kindergarten wachsen etwa 50 Kinder heran. Schloss Hamborn ist heute der größte Arbeitgeber in der Gemeinde Borchen. Im Laufe der Zeit haben die einzelnen Betriebe von Schloss Hamborn in struktureller, rechtlicher, wirtschaftlicher und personeller Hinsicht eine immer größere Eigenständigkeit erhalten. Grund und Boden sowie die meisten Gebäude gehören aber weiterhin der Werkgemeinschaft.

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Das Schloss ist ein aus dem 19. Jh. stammender Natursteinbau mit typischen Stilelementen der Weserrenaissance.
Das Schloss ist ein aus dem 19. Jh. stammender Natursteinbau mit typischen Stilelementen der Weserrenaissance.
Schlossterasse 1952
Schlossterasse 1952
Westansicht des Schlosses 1931
Westansicht des Schlosses 1931

Rudolf Steiner Werkgemeinschaft • Schloss Hamborn 5 • 33178 Borchen

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